Vorbemerkung: Unmittelbare Bezüge zur Arbeit von STEIG:

Bereits vor Jahren analysierte ein STEIG-Forschungsvorhaben "Die ökologischen Rahmenbedingungen der Sozialen Marktwirtschaft".

Auch bei der Jubiläumstagung "Fortschritt und Risiko" nahmen die Referenten aus unterschiedlichen Blickwinkeln Stellung zur Rolle von Markt und Wirtschaft, Politik und Ethik, Individuum und Staat für eine nachhaltige Entwicklung.

Prof. Markus Vogt stellt im folgenden Beitrag eine grundlegende Zuordnung der Bereiche aus der Perspektive zukunftsorientierter christlicher Schöpfungsethik zur Diskussion.

Anstelle einer Zusammenfassung vorab einige Kernaussagen:

Das "magische Viereck der Wirtschaftsethik":

  • Politik: Verantwortung für die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen;
  • Unternehmerisches Handeln: Verantwortung für die Firmen- und Managementstrategien;
  • Individuen/ Verbraucher: Verantwortung für die Konsummuster;
  • Internationale Finanzmärkte: Verantwortung für die Verwaltung des Geldes.

"Ein Markt kann auf Dauer nicht ohne individuelle Verantwortungsbereitschaft funktionieren." (S.3)

"Die Reform der Weltfinanzordnung sowie die Stärkung der ökologischen und sozialen Verantwortung bei Geldanlagen wäre ein Schlüsselfaktor für eine global nachhaltige Entwicklung." (S.6)

"Nachhaltigkeit fordert eine neue Definition von Fortschritt, die konsequente Ausrichtung der Wirtschaft auf einen sparsamen und effizienten Umgang mit den natürlichen Lebensgrundlagen sowie einer Kultur der weltweiten Solidarität und der demokratischen Mitverantwortung vieler Bürger zur Wiedergewinnung ethisch-politischer Gestaltungsmacht." (S.6)

"Auch wirtschaftlicher Erfolg ist nur sinnvoll, wenn er sich in die Gesamtökonomie der Schöpfung einfügt." (S.9)

"Ich verstehe christliche Wirtschaftsethik hier also nicht als ein eigenständiges Handlungsfeld, das der unternehmerischen Ethik gegenüberzustellen wäre, sondern vielmehr als einen eigenen Begründungszugang, der sich gleichermaßen im unternehmerischen Handeln, im privaten Konsum, in der Mitgestaltung gesellschaftlicher Rahmenbedingungen sowie in der Verwaltung des Geldes ausdrückt. Nur wenn diese vier "Brennpunkte" wirtschaftsethischer Verantwortung sich in ausgewogener Weise wechselseitig ergänzen und stützen, wird eine global und regional nachhaltige Entwicklung gelingen. Wir stehen am Anfang eines Lernprozesses, der unsere Kultur tiefgreifend verändern wird." (S.11)

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